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Phosphodiesterase-5-Hemmer (PDE-5-Hemmer) | Viagra® (Sildenafil), Cialis® (Tadalafil) und Levitra® (Vardenafil)

Grundlagen
Die Gruppe der PDE-5-Hemmer (Phosphodiesterase-5-Hemmer) findet hauptsächlich Anwendung in der Therapie der Erektilen Dysfunktion (Impotenz). Aufgrund des Wirkungsmechanismus der Medikamente kommt es zu einer Erweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation), was in Zusammenhang mit anderen Vorgängen in eine Erektion mündet. Besser bekannt ist die Wirkstoffgruppe unter den jeweiligen Markennamen wie Viagra® (Sildenafil), Cialis® (Taldafil) und Levitra® (Vardenafil).

Merkmale

Viagra® 25mg* (Sildenafil)

Cialis® 10mg* (Tadalafil)

Levitra® 5mg* (Vardenafil)

Inhaber der Zulassung

Pfizer Limited

Lilly ICOS Limited

Bayer AG

Zulassungsnummer

EU/1/98/077/001-004

EU/1/02/237/001

EU/1/03/248/001-004

Erstzulassung und Verlängerung

14. September 1998 14. September 2003

12. November 2002

06. März 2003

ATC Code

G04BE03

G04BE08

G04BE09

Vom Hersteller empfohlene tägliche Dosis

50mg

10mg

10mg

maximale tägliche Dosis

100mg

20mg

20mg

empfohlener Einnahmezeitpunkt vor dem Geschlechtsverkehr (Koitus)

60 Minuten

30 Minuten bis 12 Stunden

25-60 Minuten

Verzögerter Wirkungseintritt beim zeitgleichen Verzehr von

fettreichen  Speisen

keine bekannt

fettreichen  Speisen

Wirkungsdauer

4-5 Stunden

bis 36 Stunden

4-5 Stunden

Gegenanzeigen

- enzymatische und nicht-enzymatische NO-Donatoren, bzw. alle Nitrate

-allg. Kardiovaskuläre Erkrankungen

-kürzlich erlittener Herzinfarkt

-kürzlich erlittener Schlaganfall

- enzymatische und nicht-enzymatische NO-Donatoren, bzw. alle Nitrate

-allg. Kardiovaskuläre Erkrankungen

-kürzlich erlittener Herzinfarkt

-kürzlich erlittener Schlaganfall

- enzymatische und nicht-enzymatische NO-Donatoren, bzw. alle Nitrate

-allg. Kardiovaskuläre Erkrankungen

-kürzlich erlittener Herzinfarkt

-kürzlich erlittener Schlaganfall

Nebenwirkungen


Sehr häufig:

- Kopfschmerzen
- Flush

Häufig:

-Verdauungsstörungen
- verstopfte Nase
- Sehstörungen
- Schwindel

Sehr häufig:

- Kopfschmerzen
-Verdauungsstörungen

Häufig:

- Muskelschmerzen       -Rückenschmerzen
- verstopfte Nase
- Flush
- Schwindel

Sehr häufig:

- Kopfschmerzen
- Flush

Häufig:

- Schwindel
-Verdauungsstörungen
- Übelkeit
- verstopfte Nase


Pharmakologie und -dynamik
Eine Erektion wird durch verschiedene Signale (Gehirn, Wirbelsäule, Beckengeflecht) und eine dadurch erfolgenden Entspannung (Relaxation) der glatten ringförmigen Muskulatur des Penis ausgelöst. Zyklisches Guanosinmonophosphat (cGMP) wird ausgeschüttet, dieser Botenstoff wird seinerseits in der Hauptsache durch den endothelialen Relaxationsfaktor (bzw. zentrales Signal- und Effektormolekül) Stickstoffmonoxid (NO-> reagiert zu Nitrit, Nitrat) und die Guanylylcyclase (GC) aktiviert. Die Erhöhung von cGMP führt zu einem vermehrten Einfluss von arteriellem Blut in die Schwellkörper, da dieser Botenstoff die glatte Muskulatur des Penis entspannt und somit eine Erektion begünstigt. Der Gegenspieler von cGMP ist ein Enzym namens Phosphodiesterase-5 (PDE-5), es ist in der Lage, selektiv cGMP abzubauen bzw. zu inaktivieren. Genau an dieser Stelle greifen die Wirkstoffe Sildenafil, Taldafil und Vardenafil ein, diese sind Hemmstoffe (Inhibitoren) des Enzyms PDE-5. Durch die Hemmung von PDE-5 steht dem Körper mehr cGMP zur Verfügung, das die glatte Muskulatur im Penis entspannt hält.



Die PDE-5-Hemmer
Viagra® (Sildenafil), Cialis® (Taldafil) und Levitra® (Vardenafil) führen, um es mal in Zahlen auszudrücken, zu einer Steigerung des arteriellen Bluteinstroms um bis zu 700%, verglichen mit der normalen arteriellen Blutdurchströmung des schlaffen Penis (Ruheperfusion). Der Wirkungsmechanismus von PDE-5 Hemmern basiert somit auf einen Eingriff in den Stickstoffmonoxid(NO)-zyklischen Guanosinmonophosphat(cGMP)-Stoffwechsel, indem das Enzym PDE-5 möglichst selektiv gehemmt wird. Es sollte Augenscheinlich geworden sein, warum PDE-5-Hemmer wie Viagra® (Sildenafil), Cialis® (Taldafil) und Levitra® (Vardenafil) bei Problemen mit der Libido nicht wirken können; Viagra® und Co begünstigen nur die „mechanischen Aspekte“ einer Erektion, ohne eine wie auch immer geartete Wirkung auf das „Triebverhalten“.

Aufgrund des Wirkungsmechanismus sollen/sollten alle enzymatische und nicht-enzymatische NO-Donatoren bzw. alle Nitrate nicht zur Anwendung kommen (absolute/relative Kontraindikation) wie:

•    Unverträglichkeit/Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe
•    Glyceroltrinitrat
•    Isosorbidmononitrat
•    Isosorbiddinitrat
•    Nitroprussid-Natrium
•    Molsidomin
•    Amylnitrit („Poppers“)

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Bei der Biotransformation von Fremdstoffen wie Arzneimittel spielt eine Gruppe der sogenannten farbigen Proteinen (Cytochrome) eine Hauptrolle. Dies ist die Superfamilie der Cytochrome- P450 - (CYP) - Isoenzyme und deren Subtypen, im Fall der PDE-5 Hemmer insbesondere CYP 3A4. Wenn PDE-5-Hemmer wie Viagra® (Sildenafil), Cialis® (Taldafil) und Levitra® (Vardenafil) gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln eingenommen werden, die über diesen Subtyp (CYP3A4) abgebaut werden oder diesen Hemmen (CYP3A4-Inhibitoren), kann sowohl die Wirkung als auch die Nebenwirkungen unvorhersehbar verstärkt werden (Wechselwirkung). Beispielhaft wären zu nennen:

•    Ritonavir
•    Ketoconazol
•    Erythromycin
•    Cimetidin
•    Diazepam
•    Warfarin
•    Grapefruit

Bei der Einnahme eines PDE-5-Hemmers 
wie Viagra® (Sildenafil), Cialis® (Taldafil) und Levitra® (Vardenafil) werden auch andere PDE Isoformen beeinflusst:

PDE

Hauptvorkommen*

Möglicher Effekt eines PDE-5 Hemmer*

PDE-1

Gehirn, Herz, Gefäße

Vasodilation

PDE-2

ZNS, Corpus cavernosum

Unbekannt

PDE-3

Herz, Corpus cavernosum, Leber Gefäße

positive Inotropie, Vasodilatation, Thrombozytenaggregation

PDE-4

Lunge, Mastzellen, Gefäße

Bronchodilatation, Vasodilatation

PDE-5

Corpus cavernosum, Gefäße,Thrombozyten

Vasodilatation, Erektion

PDE-6

Retina

Farbsehstörungen (z. B. blau)

PDE-7

Skelettmuskel, T-Zellen

Unbekannt

PDE-8

Unklar

Unbekannt

PDE-9

Unklar

Unbekannt

PDE-10

Gehirn, Hoden

Unbekannt

PDE-11

Hoden, Herz, Prostata, Skelettmuskeln

Unbekannt


Die Auswertung der in vitro („Reagenzglas“) durchgeführten Enzymtests (PDE ist ein Enzym) ergab, dass der biochemisch wirksamste PDE-5 Hemmer Vardenafil (0,7nM bzw. 0,14nM) war, gefolgt von Sildenafil (6,6nM bzw. 3,6nM) und Tadalafil (9,0nM bzw. 6,74nM) (IC 50 -> in vitro, Enzym zu 50% blockiert).

In Hinblick auf eine bestehende Partnerschaft zeigen Tierversuche einen weiteren möglichen Aspekt von PDE-5-Hemmern wie
Viagra® (Sildenafil), Cialis® (Taldafil) und Levitra® (Vardenafil). Wurden Ratten vor den Geschlechtsakt der Wirkstoff Sildenafil verabreicht, überstieg die Konzentration des Bindungshormons Oxytocin (->Orgasmus und Samenerguss) den zuvor gemessenen Normwert um das 3 fache. Dieser Umstand ist noch Gegenstand der laufenden Forschung und ist daher mit Vorsicht zu genießen. Doch der Gedanke, dass ein PDE-5-Hemmer wie Viagra® (Sildenafil), Cialis® (Taldafil) und Levitra® (Vardenafil) einen indirekten hormonellen Einfluss auf eine Beziehung nehmen könnte, ist so interessant, dass es an dieser Stelle erwähnenswert erschien.

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Ein besonderes Augenmerk bei Medikamenten wie Viagra® (Sildenafil), Cialis® (Taldafil) und Levitra® (Vardenafil) liegt selbstverständlich auf den Nebenwirkungen, nicht zuletzt, da diese neben der Wirkung unmittelbar vom Patienten wahrgenommen werden. Allerdings muss man hier eine ganz klare Grenze ziehen zwischen Nebenwirkungen, die sehr häufig, häufig, gelegentlich oder nur in Einzelfällen auftreten. Grundsätzlich sind alle Nebenwirkungen von Medikamenten wie Viagra® (Sildenafil), Cialis® (Taldafil) und Levitra® (Vardenafil)relevant, doch ist häufig eine von Medien gesteuerte Panikmache zu beobachten, auf der Basis von falsch interpretierten und zitierten Publikationen.

Exemplarisch wäre die Meldung, dass PDE-5-Hemmer
wie Viagra® (Sildenafil), Cialis® (Taldafil) und Levitra® (Vardenafil) blind und taub machen können, es wird implizieren, dass jeder der Nächste sein könnte und keiner weiß woran es liegt. Bei der erneuten Meldung, dass Sildenafil blind macht (richtig: NAION oder Durchblutungsstörung und Infarkt im Sehnervbereich), wurde übersehen, dass es sich um „nur“ 7 Fallstudien (2005) handelte, bei denen jeder Patient verschiedenste Risikofaktoren (Hypertonus, Hypercholesterinämie, Hyperlipidämie) hatte. Des Weiteren konnte niemand feststellen, ob es nicht auch bei Verzicht von Sildenafil und/oder einer anstrengenden sexuellen Aktivität zum Sehverlust gekommen wäre.

Bei der FDA Warnung (2007) vor einem plötzlichen Hörverlust durch PDE-5-Hemmer 
wie Viagra® (Sildenafil), Cialis® (Taldafil) und Levitra® (Vardenafil) wurde nur das dick gedruckte von den Medien aufgegriffen. Die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen von PDE-5-Hemmern wie Viagra® (Sildenafil), Cialis® (Taldafil) und Levitra® (Vardenafil) in den üblichen Dosierungen (siehe Herstellerempfehlungen) stellen sich wie folgt dar:

Nebenwirkungen von PDE-5  Hemmern

Auftreten*

Kopfschmerzen

7-30%

Gesichtsröte („Flush“)

5-15%

Dyspepsie („Verdauungsstörung“)

1-15%

Rhinitis („verstopfte Nase“)

2-10%

Sehstörungen

1-8%

Rückenschmerzen

0-4%

Myalgie („Muskelschmerzen“)

0-4%


Nebenwirkungen wie z. B. Kopfschmerzen, Schwindel, Gesichtsrötung oder eine verstopfte Nase lassen sich zumeist auf die gefäßerweiternde Wirkung der PDE-5-Hemmer zurückführen. Grundsätzlich werden PDE-5-Hemmer wie Viagra® (Sildenafil), Cialis® (Taldafil) und Levitra® (Vardenafil) als sehr gut verträglich eingestuft mit leichten-moderaten Nebenwirkungen.

Pharmakokinetische Daten

Kenngrößen

Viagra® (Sildenafil)*

Cialis®  (Tadalafil)*

Levitra® (Vardenafil)*

Tmax (h)

1.16 ± 0.99

2.0 (0,5-12)

0.660 (0,250-3)

T 1/2 (h)

3.82 ± 0.84

17.5

3.94 ± 1.31

Cmax (ng/ml)

327 ± 236

378

20.9 ± 1.83

AUC (ng·h/ml)

1963 ± 859

8066

745 ± 1.82

IC 50 (nM) 2001 / 2003

6,6 bzw. 3,6

9,0  bzw. 6,74

0,7  bzw. 0,14

Biotransformation durch die Cytochrom-P450-(CYP)-Isoenzyme

CYP3A4 und CYP2C9

CYP3A4

CYP3A4, CYP3A5 und CYP2C

Clearance

Gesamt 41 l/h

Mittlere 2,5 l/h

Gesamt 56 l/h




Text entstammt auszugsweise "
Manneskraft reloaded - Der Potenzpillen-Guide" mit freundlicher Genehmigung des Verlags

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PDE-5-Hemmer wie Viagra® (Sildenafil), Cialis® (Taldafil) und Levitra® (Vardenafil) sind so genannte Potenzpillen