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L-Arginin

L-Arginin ist eine körpereigene semiessenzielle proteinogene Aminosäure (Aminocarbonsäure) und als Nahrungsergänzungsmittel frei erhältlich. In der Vergangenheit hat 
L-Arginin als natürliches Potenzmittel insbesondere durch das Internet für Aufsehen gesorgt. Die Aminosäure wird zum Teil als natürliche Alternative zu PDE-5-Hemmern propagiert und oft wird die Wirksamkeit von L-Arginin als „Ersatz“ für Viagra®, Cialis® und Levitra® mit ein und derselben kuriosen Studie nachgewiesen. Ob und in welcher Form L-Arginin den Verlauf einer Impotenz positiv beeinflussen kann/könnte ist noch Gegenstand der Forschung, es existiert kein abschließendes Ergebnis.

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L-Arginin gehört zu der Gruppe der basischen Aminosäuren und ist ein Metabolit (Zwischenprodukt) des Harnstoffzyklus. Stark vereinfacht reinigt der Harnstoffzyklus den Körper, indem stickstoffhaltige Abbauprodukte in Harnstoff umgewandelt werden. Neben der Synthese von L-Arginin im Harnstoffzyklus (aus: Carbamoylphosphat, L-Ornithin, L-Aspartat) nehmen wir L-Arginin zusätzlich über die Nahrung auf. L-Arginin kommt fast in jeder Proteinquelle vor und insbesondere Sportler nehmen praktischerweise schon durch die spezifische Ernährung (z. B. Huhn, allg. Nüsse, Thunfisch, Haferflocken) reichlich L-Arginin zu sich. Es existiert keine durch die WHO (World Health Organization) bestimmte tägliche Mindestverzehrsmenge (safe intake) für L-Arginin und somit kein int. anerkannter „Richtwert“, was aber nicht zu einer ungehemmten Supplementation animieren sollte.

Die für dieses Thema interessante Funktion von 
L-Arginin ist, dass es die alleinige Ausgangssubstanz für die endogene (körpereigene) Generierung des endothelialen Relaxationsfaktor (bzw. zentrales Signal- und Effektormolekül) Stickstoffmonoxid (NO) ist. Dies geschieht Mithilfe von Sauerstoff und dem Koenzym NADP+ (Nicotinsäureamid Adenin Dinucleotid Phosphat) und wird über drei Stickoxid-Synthasen (e-, n-, i-, NOS) letztendlich zu NO synthetisiert.



Hintergründe und vorläufige Ergebnisse
In der Theorie soll eine Einnahme von 
L-Arginin bei einer Erektilen Dysfunktion zu einer vermehrten Bildung von Stickstoffmonoxid führen und so indirekt die Konzentration von cGMP beeinflussen. Auf Grundlage aller gesichteten und der anschließend verwendeten klinischen Studien und Berichten in Fachzeitschriften, lassen sich folgende vorläufige Gesamtergebnisse festhalten:

•    Bevorzugte Testzeiträume lagen zwischen 2-12 Wochen.
•    Die Anzahl der Probanden schwankte zwischen 30-50.
•    Die Produktion und Ausscheidung des Stickstoffmonoxid (NO) produzierenden Enzyms NOS kann durch die Einnahme von 
L-Arginin marginal verbessert werden
•    Die kombinierte Zufuhr von 
L-Arginin mit Vitamin B6, Vitamin B12 oder Vitamin C kann die Aktivität des Enzyms NOS verbessern
•    Die Stickstoffmonoxid (NO) Konzentration kann bei einer Einnahme von 
L-Arginin steigen,  wenn die Konzentration vor dem Start der Behandlung unter dem Normwert lag
•    Die vielversprechendsten Resultate wurden mit oral eingenommenen Kombinationen von 
L-Arginin (5-6g) und Yohimbin (6-7mg) erreicht. Dieser Kombination wird eine gute Verträglichkeit und Bioverfügbarkeit bescheinigt und als aussichtsreich bei der Behandlung einer leichten-moderaten Erektilen Dysfunktion angesehen
•    Eine Einnahme von 
L-Arginin (5-6g, 2-12 Wochen) ohne Yohimbin hatte nur einen als marginal zu bezeichnenden Effekt auf Probanden mit leichter Impotenz. Dies nur, falls die Stickstoffmonoxid (NO) Konzentration zuvor unter dem Normalwert lag
•    Eine kombinierte Zufuhr von 
L-Arginin mit PDE-5-Hemmern erlaubte es in einigen Einzelfällen den behandelnden Medizinern, die Dosis des verschriebenen PDE-5-Hemmers geringfügig herabzusetzen

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Es wurden keine Nebenwirkungen von 
L-Arginin dokumentiert und keine Wechselwirkungen mit Yohimbin bzw. PDE-5-Hemmern. Wurde L-Arginin als alleiniges Präparat bei einer leichten-moderaten ED eingesetzt, konnten messbare Resultate dokumentiert werden, die Auswirkungen einer alleinigen Vergabe sind aber als minimal zu bezeichnen. In Kombination mit Yohimbin und PDE-5-Hemmern gilt eine zusätzliche Vergabe von L-Arginin als aussichtsreich bei einer leichten-moderaten Erektilen Dysfunktion. In keinem Fall ist das Nahrungsergänzungsmittel L-Arginin bei Impotenz als Alternative zu bezeichnen in Hinblick auf Medikamente wie PDE-5-Hemmer.


Text entstammt auszugsweise "Manneskraft reloaded - Der Potenzpillen-Guide" mit freundlicher Genehmigung des Verlags

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